haben Sie schon mal Panzerbeeren probiert? Sicher nicht? Der Name tönt ja auch eher nach etwas Ungeniessbarem, aber Sie haben bestimmt schon Panzerbeeren gekostet, wahrscheinlich sogar genossen! Auf dem Teller tauchen sie nur meist ungepanzert auf. Und auf der Speisekarte heissen sie sogar nicht mal Beere. Aber auf den Beeten, als Sammelbegriff für hartschalige Beeren. Und damit beende ich unseren kleinen Ausflug in die Botanik und begebe mich sofort wieder an meinen Platz in der Jägerhof-Küche, wo ich derzeit besonders gern die Panzer von Kürbissen knacke.
Für diese „Beere“ bin ich in Herbst und Winter sehr dankbar. Kürbisse lassen sich lange lagern und in vielen Variationen zubereiten. Zudem gibt es eine Vielzahl von Kürbissorten, jede hat ihre Vorzüge und eine eigene Geschmacksnote. Als einer der Favoriten erweist sich seit Jahren der Potimarron, auch unter roter Hokkaido-Kürbis bekannt. Optisch fällt er durch sein leuchtendes Orange und einen kurzen Stiel auf. Er ist mehr oder weniger kugelrund und bis zu 2kg schwer. Für Suppen verwende ich den Potimarron am liebsten, weil sein – ebenfalls orangefarbenes – Fruchtfleisch kaum Fasern hat. Damit gelingt die Kürbiscremesuppe bestimmt und lässt sich wahlweise mit Curry, Ingwer oder – vor allem in Österreich verbreitet – mit Thymian und Kümmel verfeinern.
Als Klassiker hat sich in meiner Küche der Muskat-Kürbis bewährt: Er ist etwas flacher geformt mit geripptem Panzer in beige bis braun und zählt zu den Riesen unter den Kürbissen! Sein ebenfalls tief-oranges, festes Fruchtfleisch eignet sich roh für Salate, aber auch für Risotto und Kürbiskuchen. Sehr fein ist auch ein Piccata: Mit Parmesan und Ei panierte und dann gebratene Kürbisscheiben.
Und wenn von den Riesenfrüchten etwas übrig bleibt: Legen Sie den Kürbis in kleinen Würfeln mit Zucker und Wacholder in Essig ein. Eine feine Alternative zu eingelegten Gurken – die zählen übrigens auch zu den Panzerbeeren!
Nun aber genug mit Botanik, liebe Grüsse aus der Jägerhof-Küche!
Ihre
Vreni Giger
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